Huforthopädie

in DHG e.V. nach Dr. Konstanze Rasch

Die Huforthopädie ist die Bearbeitung und Pflege von Hufen der Pferde und Esel auf Grundlage der Planung des Hornabriebes und der Beseitigung von Hebeln, die zu einer negativen Deformation der Hufkapsel führen. Das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Bearbeitungsformen ist die Beibehaltung der Stellung von Sehnen und Gelenke vor und nach der Bearbeitung, das heißt es findet keine abrupte Stellungskorrektur statt. Hauptaugenmerk liegt bei der Huforthopädie auf der Verbesserung des Hufzustandes so, dass der Huf komplett Last tragen kann und die Last der Pferdegewichts sich nicht negativ in Form von möglicher Verformung der Hufkapsel auswirkt.

 

Bitte schauen Sie in die Huftagebücher, was Huforthopädie bewirken kann.

 

Da die untersten Gelenke, wie Hufgelenk, Krongelenk, Fesselgelenk und Karpalgelenk und Sprunggelenk bei den Hinterbeinen,  Scharniergelenke bzw. zusammengesetzte Gelenke sind, haben sie keine seitlichen Verkippungen (anders: können keine Bodenunebenheiten in der mediolateralen Achse ausgleichen ) im Gelenk  bzw. haben nur ein minimales Spiel was die seitliche Verkippung angeht.

Natürlich gibt die Hufkapsel eine gewisse Flexibilität her, ist aber  über Strukturen ziemlich fest an dem Hufbein verbunden und gibt somit wenig Spielraum für eine „Stellungskorrektur“.

Huforthopäden korrigieren nicht die Stellung. Sie gleichen den Huf analog bzw. „ebenbürtig“ der Anatomie, also dem Hufbein und der angrenzenden Strukturen an. Auch wenn das manchmal für den Betrachter nicht unbedingt gerade aussieht, so ist das dennoch bequemer fürs Pferd. So wie „gut eingelaufene Wanderschuhe“. Die fühlen sich bequem und gut an.

Huforthopädie ist nicht oberflächlich, sie geht vielmehr in die Tiefe der Anatomie. Viele Faktoren, wie zum Beispiel die Nutzung des Pferdes und der Untergrund auf dem das Pferd läuft, sind zu beachten und in der Bearbeitung mit einzubeziehen, sowie weitere Faktoren….

Der Huf eines Pferdes ist sein Spiegel und sagt viel über Stoffwechselerkrankungen, über das Immunsystem, Blutungen, Mineralmangel oder über eventuelle Leberprobleme aus. An der Struktur und an der Hufbeschaffenheit lassen sich Defizite und Erkrankungen erkennen.

Die Huforthopädie setzt sowohl am Huf und auch am allgemeinen Wohlbefinden des Pferdes an.

 

Wann merke ich, dass mein Pferd Huforthopädie braucht?

Bei allen Entzündungen rund um den Huf, bei Lahmheit und stoffwechselbedingten Krankheiten, wie z. B. Hufrehe, empfiehlt es sich einen Huforthopäden hinzuzuziehen.

 

 

Was passiert alles wenn ich zu Ihrem Pferd komme?

Beim ersten Termin werden der Allgemeinzustand des Pferdes geprüft (Rücken, Zähne), der Bewegungsablauf wird untersucht und die Hufsituation analysiert. Beim ersten Mal werden grundsätzlich Bilder der Hufe aus drei Ansichten (von vorne, seitlich und der Sohle) vorgenommen sowie vom gesamten Pferd und von beiden Vorder- und Hinterhufen. Weiterhin werde ich je nach Hufsituation die Hufe in regelmäßigen Abständen jeweils vor und nach der Hufbearbeitung weiter in Huftagebüchern dokumentieren und auf Wunsch online zur Verfügung stellen. Damit können Veränderungen am Huf verfolgt werden sowie gibt es mir die Chance mit Kollegen bei Schwierigkeiten Rücksprache zu halten - man lernt nie aus und man lernt auch viel von anderen.

Weiterhin werden beim ersten Mal die Hufknorpel und die Sohle abgetastet. Danach findet die Hufbearbeitung nach huforthopädischen Gesichtspunkten unter Beachtung der zukünftigen Nutzung des Pferdes statt. Nach der Hufbearbeitung wird das Pferd ein weiteres Mal vorgeführt um evtl. Veränderungen im Gangbild zu kontrollieren und zur Überprüfung des Gangverhaltens nach der Hufbearbeitung.

Eine Hufbearbeitung dauert in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten.

 

Preis (inkl. MwSt.)

* 48 €/Behandlung + Anfahrt (0,30 €/km) + Sitzgeld (Fahrtzeit > 1h: 15 €/h)

 

Die Bearbeitungsabstände/Intervalle sind abhängig vom Hufwachstum und der daraus folgenden Notwendigkeit der Hufbearbeitung für das Pferd und von dem was erreicht werden soll.


* Eisenabnahme: 5 €/Eisen
* 60 € für die Erstbehandlung (inkl. Befundung) + Anfahrt (0,30 €/km) + Sitzgeld (Fahrtzeit > 1h: 15 €/h)

* Hufbefundung/Beratung am Pferd: 20 €

 

Ich speziell achte außerdem darauf, dass Ihr Pferd während der Behandlung unter Umständen Zeit braucht, zur Schmerzmitteleinwirkung, zur Schmerzreduzierung oder alters- bzw. schmerzbedingt nicht so lange aufhalten kann. Gleichgewichtsstörungen oder Kraftmangel müssen bei einem, eventuell auch kranken Pferd mit der nötigen Ruhe und Zeit Beachtung finden.